Logo

Die Strategie bis 2030: Energieautonomie+

Mit der Energieautonomie Vorarlberg hat sich das Land zum Ziel gesetzt, bis 2050 nur noch so viel Energie zu verbrauchen, wie aus erneuerbaren, regional verfügbaren Energieträgern (das sind etwa Wasserkraft, Sonnenenergie, Erdwärme, Holz oder Biogas) bereitgestellt
werden kann. Dabei wurden die CO₂-Absenkpfade der energiebedingten Emissionen stets mitgedacht.

Die Energiepolitik trägt Verantwortung dafür, dass Energie sicher verfügbar, leistbar für Haushalte, wettbewerbsfähig für Industrie und Gewerbe sowie umweltfreundlich und klimaverträglich erzeugt wird.Landesrat Markus Wallner

Drei zentrale Ziele der Energieautonomie

Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Ziele: Nachhaltigkeit, Leistbarkeit und Versorgungssicherheit. Das bedeutet, dass Energie nicht nur umweltfreundlich und klimaverträglich erzeugt werden soll, sondern auch für Haushalte und Unternehmen bezahlbar und jederzeit verfügbar bleibt.

Diese Ziele und deren gegenseitige Wechselwirkungen bilden das energiepolitische Zieldreieck, das 2026 neu in die Strategie mit aufgenommen wurde:

Die drei Hauptziele für das Jahr 2030 bleiben im Sinne der Zieldimensionen der Energieautonomie bestehen

  • 50 Prozent Anteil heimischer erneuerbarer Energieträger am Endenergiebedarf
  • 50 Prozent Reduktion der Treibhausgase zum Vergleichsjahr 2005
  • 100 Prozent Anteil erneuerbarer Energie an der Stromversorgung

Das ist neu an der Strategie

Die bisherigen 26 Handlungsfelder in 8 Sektoren entsprechend dem Klimaschutzgesetz, Gebäude, Energieerzeugung und Infrastruktur, Mobilität, Industrie und Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft, Abfallwirtschaft, F-Gase und Sektorübergreifenden Handlungsfelder wurden teilweise überarbeitet. Dabei wurden mitunter neue Handlungsfelder hinzugefügt, so dass die Neufassung der Strategie nun 29 Handlungsfelder enthält.

Folgende Handlungsfelder sind neu:

  • Stromspeicherung und Flexibilität (Sektor Energieerzeugung)
  • Erneuerbare Gase und Gasnetz-Infrastruktur (H2, Methan) (Sektor Energieerzeugung)
  • Verhinderung von Energiearmut (Sektorübergreifende Ziele und Maßnahmen)
  • In Anlehnung an der EU-Gebäuderichtlinie sollen die Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor weiter gesenkt und der Anteil der erneuerbaren Energieträger gesteigert werden. Weitere Maßnahmen im Bereich Gebäude betreffen die Installation von Photovoltaikanlagen – die vorwiegend auf Gebäuden errichtet werden sollen - die Infrastruktur zum Laden von E-PKW und das Thema der Materialwahl bei Neubauten und Sanierungen.

Energieautonomie+ mit noch mehr Klimaschutz

Aufgrund der nationalen und internationalen Klimaschutzziele, aber auch aufgrund der Erfahrungen aus den ersten zehn Umsetzungsjahren auf dem Weg zur Energieautonomie wurde Klimaschutz in den Fokus der Betrachtung gestellt - und damit auch die Treibhausgasemissionen. Die Strategie bis 2030 umfasst deshalb bereits seit 2020 auch die über die energiebedingten Treibhausgase hinaus anfallenden CO₂-Emissionen (z. B. Landwirtschaft und Abfallwirtschaft), weshalb das Programm um ein Plus zu "Energieautonomie+" erweitert wurde.

Von der Energieautonomie zur Energieautonomie+

Damit ist Energieautonomie+ eine der drei Säulen der Vorarlberger Klimastrategie. Sie wird flankiert von den Säulen "Landnutzung" (darunter versteht man z. B. die CO₂-Speicherung durch (vor allem Moor-)Böden oder in Form von Gebäuden aus Holz) und "Klimawandelanpassung". Letztere beschäftigt sich damit, die bereits unabwendbaren Folgen der Klimaveränderung zu mildern, die aus von Überhitzung, Starkregenereignissen und Hochwasser drohen.

Sektoren und Handlungsfelder

Die Strategie zur Energieautonomie+ ist in sieben Sektoren aufgeteilt. Sie orientieren sich am Klimaschutzgesetz des Bundes. Die Sektoren wiederum teilen sich in 26 Handlungsfelder. In jedem Sektor sind Ausgangslage, Ziele und die dazugehörige Vorgehensweise beschrieben.