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Die zentralen Bereiche und Handlungsfelder der Energieautonomie Vorarlberg
Markus Gmeiner

Die zentralen Bereiche und Handlungsfelder der Energieautonomie Vorarlberg

Im Rahmen der Aktualisierung der Strategie Energieautonomie+ 2026 kristallisierten sich fünf Bereiche heraus, in denen die wesentlichen Handlungsfelder zusammenwirken.

100% Erneuerbare Stromversorgung 2030
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100% Erneuerbare Stromversorgung 2030

Bis 2030 soll die Stromversorgung vor dem Hintergrund eines wachsenden Stromverbrauchs bilanziell zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen erfolgen. Dies erfordert eine umfassende Nutzung aller verfügbaren Ressourcen und Technologien

Gegenüber der bisherigen Strategie der Energieautonomie+ 2030 (150 GWh Zubau 2020-2030) müssen im Bereich der Wasserkraft aufgrund von Entscheidungen von illwerke vkw mehrere geplante Projekte zurückgestellt werden. Darunter auch das Kraftwerk Lochau, für das bis 2040 keine weiteren Maßnahmen geplant sind. Ein Zubau von 120 GWh wird unter Berücksichtigung der Optimierung bestehender Anlagen angestrebt. Bis Ende 2024 konnten 50 GWh realisiert werden. An Gewässern mit sehr gutem ökologischem Zustand sollen auch weiterhin keine Wasserkraftwerke errichtet werden.

Das Lünerseewerk II, das größte Pumpspeicherkraftwerk Österreichs, wird mit 2 Milliarden Euro als Schlüsselprojekt vorangetrieben, um die Energiespeicherung und Stabilität des Systems zu gewährleisten. Die Inbetriebnahme ist bis in die 2030er Jahre geplant. Beim Lünerseewerk II handelt es sich um ein reines Pumpspeicherkraftwerk, bei dem keine zusätzliche Primärstromproduktion erfolgt. Abhängig von der Betriebsweise des Lünerseewerkes II kann es beim Walgauwerk zu Erzeugungsverlusten kommen.

Erneuerbare Raumwärme
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Erneuerbare Raumwärme

Bis 2050 sollen rund 60.000 Gebäude in Vorarlberg, die noch keine sogenannten „Nullemissionsgebäude“ sind, in solche umgewandelt werden. Dies erfordert ein ganzes Bündel an Maßnahmen.

Durch eine vorausschauende räumliche Energieplanung soll identifiziert werden, in welchen Regionen Vorarlbergs eine Energiebereitstellung durch öffentliche Nahwärmenetze, gespeist aus Abwärme, Biomasse, Umgebungswärme und Sonnenenergie, möglich und wirtschaftlich tragfähig ist. In diesen Regionen soll die Nahwärme weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig gilt es, Vorbereitungen auf den sukzessiven Ausstieg aus Erdgas im Raumwärmebereich zu treffen und die Netzkosten auf eine geringer werdende Anzahl Anschlussnehmer fair zu verteilen.

Erneuerbare Prozessenergie
Markus Gmeiner

Erneuerbare Prozessenergie

Die Senkung der spezifischen Energieintensität bzw. Erhöhung der Energieeffizienz soll fortgeführt und weiter gesteigert werden. Fossile Energie zur Prozessenergiebereitstellung soll schrittweise und soweit technisch und wirtschaftlich möglich, durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden.

Im Sektor Industrie und Gewerbe soll vor-wiegend das begrenzt vorhandene grüne Gas und weitere biogene Energieträger zur Deckung des Prozessenergiebedarfes eingesetzt werden. Die eingesetzte Technologie soll in Abhängigkeit der erforderlichen Prozesstemperatur gewählt werden. Bei niedrigen und mittleren Temperaturen sollen verstärkt Hochleistungs-Wärmepumpen eingesetzt werden.

Klimaneutraler Verkehr
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Klimaneutraler Verkehr

Der Verkehrssektor ist nach wie vor der größte Emittent von Treibhausgasen, es konnten aber in den letzten Jahren einige Erfolge erzielt werden. Ziel ist es, durch den Ausbau des Umweltverbunds (Fuß, Rad, ÖPNV) sowie den schritt-weisen Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge eine leistbare, effiziente und nachhaltige Mobilität für Bevölkerung und Wirtschaft sicherzustellen.

Der öffentliche Personennahverkehr spielt eine zentrale Rolle zur Reduktion der CO₂-Emissionen im Mobilitätssektor. Während der Schienenverkehr voll elektrifiziert ist, ist bei der Bus-flotte die Elektrifizierung in vollem Gang. Bis Ende 2025 sollen bis zu 130 Elektrobusse im ganzen Land unterwegs sein. Mit der Weiterentwicklung auf E-Mobilität wird die Umweltleistung der Öffis weiter erhöht.

Vorbildwirkung der öffentlichen Hand
Markus Gmeiner

Vorbildwirkung der öffentlichen Hand

Das Land, Gemeinden und öffentliche Einrichtungen wirken als Vorbilder und Impulsgeber. Durch energieeffizientes Bauen und der Verwendung regionaler Baustoffe sowie klimafreundliche Mobilitäts- und Wärmeversorgungskonzepte setzen sie konkrete Maßnahmen und motivieren durch Beschlüsse, Investitionen und Öffentlichkeitsarbeit die auch die Bevölkerung und Unternehmen zur Mitgestaltung.

Klimaneutrale Landesverwaltung und landeseigene Unternehmen: Das Ziel, die Vorarlberger Landesverwaltung und die landeseigenen Unternehmen mit Mehrheitsbeteiligung klimaneutral zu organisieren, wird konsequent weiterverfolgt. Inzwischen konnten alle Ölkessel in Verwaltungsgebäuden ersetzt werden. Ein neuer Fokus betrifft die Reduktion von Gas. Sanierungen und Neubauten von Landesgebäuden sollen generell eine Vorbildwirkung bezüglich Niedrigstenergiebedarf und Nutzung von Solarenergie, ökologischer Materialwahl und Begrünung etc. aufweisen. Der Fokus auf E-PKW bei Neuanschaffungen wird fortgesetzt.