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Es geht hin und her – aber die Richtung stimmt!

Wäre die Energieautonomie ein Fußballspiel, wäre der FC Erneuerbar gerade dabei, die Oberhand zu gewinnen. So zumindest resümierte Programmleiter Christan Vögel beim Energieautonomie-Jahrestreffen den Status quo zu Vorarlbergs Energiezielen.

Energieinstitut Vorarlberg

Die WM über dem Atlantik nimmt gerade richtig Fahrt auf, in der aktuellen Umsetzungsdekade der Energieautonomie Vorarlberg (von 2020 bis 2030) ist Halbzeit und so drängen sich die Fußballmetaphern beim Jahrestreffen der Energieautonomie Vorarlberg im Landhaus geradezu auf. Und Energieautonomie-Programmleiter Christian Vögel nickt sie dankbar ein aus kurzer Distanz, wenn er über das Strategieupdate zur laufenden Umsetzungsdekade berichtet.

FC Erneuerbar übernimmt das Ruder

Dem FC Fossil oblag in vielen Bereichen das Übergewicht im Match um Vorarlbergs Energieunabhängigkeit. Wohnen, Mobilität, Industrie – Öl, Gas, Benzin und Diesel dominierten das Spiel. Ein halbes Jahrzehnt später hat das Momentum die Seite gewechselt, der FC Erneuerbar zieht das Spiel auf seine Seite. Nur in der Mobilität können die Fossilen noch auf ihre alten Stärken setzen. Allerdings mit Ablaufdatum, denn die Jungstars ÖPNV und E-Fahrzeugen sind aufs Spielfeld aufgelaufen und lassen ihre Muskeln spielen.

„Hoch werden wir das nicht mehr gewinnen“, kann der FC Fossil in Anlehnung an Toni Pfeffer zitiert werden. Und mit der Windkraft und dem Stromspeicher warten schon die nächsten Talente auf ihre baldige Einwechslung, um noch in der regulären Spielzeit der Energieautonomie die Entscheidung herbeizuführen. Deren Einsatz wurde in der Strategie für die zweite Halbzeit festgelegt, nachzulesen hier und hier.

Als quasi Präsident des FC Erneuerbar ist auch für Energielandesrat Daniel Allgäuer die Richtung klar: „Wir sind gut auf dem Weg zur Energieautonomie, und wir werden dranbleiben. Der forcierte Ausbau der Netze, die breite Einbindung von Batteriespeichern, das starke Wachsen der E-Mobilität und die ersten Windkraftwerke werden uns in den nächsten Jahren die notwendigen Impulse dafür liefern.“

Die Zahlen zeigen: Es geht hin und her, aber der Kurs stimmt

Markus Niedermair, beim Land Vorarlberg für den Monitoringbericht zur Energieautonomie zuständig, zeigt, dass in den meisten Sektoren der Energieautonomie der Zielpfad voraus oder zumindest in greifbarer Nähe ist. Seit 2005 sind die CO2-Emissionen im Land um 25 % zurückgegangen, der Energiebedarf sank um ein Prozent. Bei den zentralen Zielen der Energieautonomie bis 2030 schaut es ebenfalls gut aus:

  • Die 100 % Erneuerbare beim Strom wurden 2024 (das ist das aktuelle Bilanzjahr) erreicht – allerdings auch aufgrund eines sehr starken Wasserkraftjahres.
  • Die 50 % Anteil Erneuerbare am Gesamtenergiebedarf sind mit über 46 % in Reichweite.
  • Die 50 % CO2-Reduktion gegenüber 2005 sind ambitioniert, aber nach wie vor machbar. Hier liegt Vorarlberg nur geringfügig über dem geplanten Absenkpfad.

Eine kurze Zusammenfassung des Monitoringberichts und der Bericht selbst sind hier zu finden.

Der Blick auf die Bundesliga

Den großen Rahmen, in dem sich die Energieautonomie Vorarlberg abspielt, liefert Christoph Dolna-Gruber von der Österreichischen Energieagentur. Er zeigt die fossilen Abhängigkeiten Österreichs (hängen an einem erstaunlich dünnen Faden), die Auswirkungen geopolitischer Verwerfungen auf die Energiepreise (+ 500 Millionen in drei Monaten seit der Blockade der Straße von Hormus) und den Abfluss von Geld für Öl und Gas aus Österreich in außereuropäische Länder insgesamt (10 Milliarden Euro im Jahr).

Er zeigt aber auch die Auswirkungen des immer stärkeren Ausbaus erneuerbarer Energieträger auf eine sichere (versorgungssicher, unabhängig, immer verfüg- und nicht erpressbar), eine leistbare (bezahlbar für Privatpersonen, standortstärkend für die Wirtschaft und inflationsdämpfend) und eine saubere Energieversorgung (schadstofffrei, CO2-neutral und mit geringen Umweltauswirkungen).

Im Zuge dessen zeigt er, dass Vorarlberg die niedrigsten Strompreise in Österreich hat, über eine halbe Million PV-Anlagen und über 4.000 Windkraftwerke österreichweit sauberen Strom erzeugen, die Wärmepumpe im Sprint Öl- und Gasheizungen verdrängt und die gesetzlichen Rahmenbedingungen den Ausbau der Erneuerbaren weiter erleichtern werden.

Das wird sich ausgehen

Und nochmal Fußball-Sprech: Von der Spielanlage her sollte das alles aufgehen. Die Voraussetzungen sind ausgezeichnet, auf der Bank sitzen noch vielversprechende und hungrige Talente für die Schlussphase. Solange der Wille da ist, stehen die Zeichen auf Erfolg. Weiter geht’s!

Das Jahrestreffen zur Energieautonomie Vorarlberg

Beim Jahrestreffen der Energieautonomie trifft sich die „Energieszene“ Vorarlbergs einem fachlichen Austausch und der Diskussion des jeweils aktuellen Monitoringberichts zur Energieautonomie. Die Zusammenfassung des Monitoringberichts und der Bericht selbst sind hier zu finden.