Logo

Spatenstich für Nahwärme-Heizwerk Bludenz-Bürs

Mit dem Spatenstich für das neue Heizwerk auf dem Areal des ehemaligen Zementwerks in Stallehr ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Projekt Nahwärme Bludenz-Bürs getan. Während der Bau des Wärmenetzes in Bludenz bereits seit August läuft, beginnt nun auch die Errichtung der Heizzentrale. Ab Herbst 2027 sollen die ersten Gebäude mit erneuerbarer Nahwärme versorgt werden. In den kommenden Jahren wird das Netz schrittweise in Bludenz und Bürs erweitert

illwerke vkw

Biomasse und Abwärme intelligent kombiniert

Herzstück des Nahwärmesystems ist das neue Heizwerk. Es sind zwei Biomassekessel vorgesehen.
Ergänzt werden sie durch eine moderne Kondensationsanlage mit Wärmepumpe sowie die Nutzung industrieller Abwärme. Ein Ausfallkessel gewährleistet zusätzliche Versorgungssicherheit.

Die Kombination unterschiedlicher Wärmequellen ermöglicht einen effizienten Betrieb über das
gesamte Jahr. Insbesondere in den Sommermonaten soll industrielle Abwärme einen wesentlichen
Teil des Wärmebedarfs decken, während Biomasse vor allem bei höherem Wärmebedarf zum
Einsatz kommt. Die dafür benötigten Holzhackschnitzel stammen aus der Region.

Auch bei der Abgasreinigung wird auf moderne Technik gesetzt. Multizyklon-Abscheider und Elektro-Feinstaubfilter reinigen das Rauchgas. Eine Rauchgaskondensation gewinnt zusätzlich nutzbare Wärme zurück und reduziert gemeinsam mit der Entschwadung die sichtbare Wasserdampffahne auf ein Minimum.

Netzausbau bereits in vollem Gang

Der Spatenstich für das Heizwerk ist ein weiterer Schritt in einem Projekt, dessen Umsetzung bereits sichtbar begonnen hat. Seit August laufen in Bludenz die Leitungsarbeiten für das neue Wärmenetz. Aktuell werden in mehreren Bereichen der Stadt Leitungen verlegt. Die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt und bilden die Grundlage für die ersten Anschlüsse.

In der ersten Ausbaustufe entsteht ein rund sieben Kilometer langes Wärmenetz. Damit sollen
zunächst rund 50 Gebäude mit insgesamt etwa 8 GWh erneuerbarer Wärme pro Jahr versorgt
werden. Danach wird das Netz über mehrere Jahre schrittweise weiterentwickelt und verdichtet.

Schrittweiser Ausbau bis 2030

Bis 2030 soll die Nahwärmeversorgung sukzessive weiter ausgebaut werden. Im Endausbau ist eine thermische Leistung von rund 6,8 MW vorgesehen. Das Wärmenetz soll dann eine Länge von rund 26 Kilometern erreichen und jährlich etwa 33 GWh Wärme bereitstellen.

Der Ausbau erfolgt in mehreren jährlichen Etappen. Dabei spielt auch das Interesse potenzieller
Kundinnen und Kunden eine wichtige Rolle: Je mehr Gebäude entlang und im Umfeld der geplanten Trassen angeschlossen werden, desto effizienter kann das Wärmenetz erweitert und verdichtet
werden.

Für die angeschlossenen Gebäude bietet die Nahwärme eine komfortable Alternative zu individuellen Heizsystemen. Die Wärme wird zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz zu den
einzelnen Objekten transportiert. Dort überträgt eine kompakte Übergabestation die Wärme auf das bestehende Heizsystem. Ein eigener Heizkessel oder ein Brennstofflager werden damit nicht mehr benötigt.

Nahwärme Bludenz-Bürs in Zahlen

- Erste Wärmeversorgung: ab Herbst 2027
- Erste Ausbaustufe: rund 7 km Wärmenetz
- Erste Ausbaustufe: rund 50 Gebäude und ca. 8 GWh Wärme pro Jahr
- Leistung im Endausbau 2030: rund 6,8 MW
- Netzlänge im Endausbau 2030: rund 26 km
- Wärmeerzeugung im Endausbau 2030: rund 33 GWh pro Jahr
- Wärmeerzeugung: regionale Biomasse und industrielle Abwärme
- Heizwerk: zwei Biomassekessel, Kondensationsanlage mit Wärmepumpe sowie
- Ausfallkessel
- Abgasreinigung: Multizyklon-Abscheider, Elektro-Feinstaubfilter, Rauchgaskondensation und Entschwadung