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Nahwärme Weidach: Gemeindeübergreifendes Wärmenetz

Mit dem Projekt Nahwärme Weidach setzen die Stadt Bregenz und die Marktgemeinde Wolfurt gemeinsam mit illwerke vkw einen bedeutenden Schritt in Richtung Energieautonomie Vorarlberg. Bis 2028 sollen rund 500 kommunale und private Gebäude mit Wärme aus Biomasse, industrieller Abwärme und Rauchgaskondensation versorgt werden.

illwerke vkw

Beide Gemeinden verfolgen seit Jahren ambitionierte Energie- und Klimaziele. Aufbauend auf bestehenden Nahwärmestrukturen – insbesondere in Wolfurt seit den 1980er-Jahren – wurde ein gemeindeübergreifendes Wärmenetz entwickelt, das fossile Heizsysteme schrittweise ersetzt. Nach einer Machbarkeitsstudie im Jahr 2021 und intensiver Zusammenarbeit entschieden sich die Projektpartner für den Aufbau eines gemeinsamen Netzes samt eigener Betreibergesellschaft.

Herzstück der Versorgung

Das Heizwerk in der Weidachstraße in Bregenz bildet das Herzstück der Versorgung. Bereits seit Juni 2025 werden erste Gebäude versorgt, bis Ende 2025 waren es 175. Der weitere Ausbau erfolgt in zwei Stufen, inklusive geplanter Erweiterungen wie einer Anlage zur kombinierten Erzeugung von Wärme, Strom und Pflanzenkohle.

Der Ausbau des gesamten geplanten Wärmenetz mit Anschluss für rund 500 Gebäude ist voraussichtlich bis 2028 abgeschlossen. Im Endausbau erzeugt die Anlage jährlich rund 38 Millionen kWh Wärme.

Zum Einsatz kommen Hackschnitzel aus regionaler Beschaffung, ergänzt durch industrielle Abwärme und effiziente Rauchgaskondensation. Der fossile Anteil liegt bei nur etwa zwei Prozent. Die Anlage ist modular aufgebaut und durch Backup-Systeme abgesichert.

Erfolgsfaktor Wirtschaftlichkeit

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Wirtschaftlichkeit: Großabnehmer sowie Kooperationen mit regionalen Betrieben sichern eine stabile Wärmenachfrage. Gleichzeitig leistet das Projekt einen bedeutenden Beitrag zur Reduktion fossiler Energieträger und Treibhausgasemissionen – ein wichtiger Schritt für die Energieautonomie Vorarlberg.

Factbox

  • Nahwärme Weidach: 70 m Breite, 30 m Höhe, Bebauter Raum 27.300 m3, davon 6.000 m3 Lagervolumen

    • Planung: 2023-2024

    • Genehmigungsphase 6/2023-5/2024

    • Baubeschluss Juni 2024

    • Spatenstich August 2024

    • Bauzeit: September 2024 bis August 2025

  • Jahreswärmeerzeugung in der Endausbaustufe 2028: ca. 38 Mio. kWh (Biomasse, industrielle Abwärme, Rauchgaskondensation)

  • Anlagentechnik

    • Zwei Warmwasser-Biomassekessel (4,5 MW)

    • Rauchgaskondensation (passive Stufe 1 MW, aktive Stufe 0,6 MW)

    • Pufferspeicher (175 m3, Kapazität 8.000 kWh)

    • Backup-System: Gas-/Ölkessel 2,2 MW; Gaskessel 10 MW

  • Brennstofflagerhalle: Lagerhalle Volumen 6.000 m3, Tagesbunkervolumen 200 m3, Automatikkran Umschlagsleistung 90 m3/h

  • PV-Anlage: 175 kWp, Ost-West-Ausrichtung

  • Wärmenetz Bregenz und Wolfurt: Erste Ausbaustufe 12 km, 175 Objekte, Wärmeverkauf 14.000 MWh/J. Endausbau 2028: 27 km, 450-500 Objekte, Wärmeverkauf 34.000 MWh/J