„Als Familienbetrieb denken wir generationenübergreifend“
In der Serie „Unternehmen auf dem Weg zur Energieautonomie“ zeigen wir, wie Vorarlberger Betriebe die Energiezukunft konsequent mitgestalten. Mit welchen Maßnahmen sie ihre Emissionen reduzieren, was sie antreibt und warum sich der Weg in Richtung Energieautonomie lohnt.

Im Gespräch mit Jasmin Entner
Mit Jasmin Entner, Geschäftsführung Entner Spenglerei & Dachdeckerei, haben wir darüber gesprochen, warum Nachhaltigkeit seit vielen Jahren Teil der Unternehmenskultur ist, welche Projekte umgesetzt wurden – und welche für die Zukunft geplant sind, wie die Abfallentsorgung nachhaltig funktioniert und wie Mitarbeitende zur klimafreundlichen Anreise motiviert werden.
Sie sind ein Familienbetrieb im Generationenwechsel und mittlerweile seit 18 Jahren Ökoprofit-Betrieb. Wie unterstützt Ihre Unternehmenskultur die Umsetzung nachhaltiger Projekte und Energieautonomie?
Nachhaltigkeit ist bei uns kein kurzfristiger Trend, sondern seit vielen Jahren Teil unserer Unternehmenskultur. Als Familienbetrieb denken wir generationenübergreifend – Entscheidungen werden nicht nur für heute getroffen, sondern auch mit Blick auf die Zukunft. Die langjährige Teilnahme an Ökoprofit hat uns dabei geholfen, Nachhaltigkeit strukturiert in den Betriebsalltag zu integrieren.
Im aktuellen Generationenwechsel bringt die junge Generation zusätzliche Impulse im Bereich Energieautonomie, Digitalisierung und klimafreundliche Mobilität ein.
Dadurch entstehen neue Projekte wie unsere PV-Anlage oder die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität.

Wie teilt sich euer Energieverbrauch inklusive Mobilität auf? Wo liegen eure größten Verbräuche?
Die Energieverbräuche unseres Betriebes entstehen beim Heizen (wir kühlen unsere Gebäude nicht), im laufenden Betrieb – insbesondere durch die Maschinen sowie die Entsorgung und Verarbeitung von baulichen Abfallstoffen. Doch der meiste CO2 Ausstoß entsteht durch die Mobilität. Der Großteil unseres Fuhrparks fährt mit Diesel bzw. Benzin.
Hier jedoch verschiebt sich der Energieverbrauch durch die zunehmenden Elektrifizierung stärker in Richtung Strom.
Die Treibhausgasbilanz zeigt uns klar auf, wo unsere größten Emissionen entstehen und wo wir gezielt ansetzen können. Besonders wichtig ist uns, dass Nachhaltigkeit messbar und nachvollziehbar wird.
Kommuniziert ihr eure Nachhaltigkeitsbestrebungen an Kund:innen und Mitarbeiter:innen? Erhaltet ihr Feedback dazu?
Wir kommunizieren unsere Maßnahmen offen gegenüber Mitarbeiter:innen und Kund:innen – etwa über Gespräche, unsere Website oder im direkten Austausch bei Projekten. Das Feedback ist durchwegs positiv. Viele Kund:innen achten heute verstärkt darauf, wie Unternehmen wirtschaften und unsere Mitarbeiter identifizieren sich stark mit diesem Weg.
Ihr nutzt seit Herbst ein elektrisches Servicefahrzeug, ein zweites ist geplant. Wie viele Fahrzeuge habt ihr insgesamt und wie bewährt sich die E-Mobilität in Sachen Nutzlast und Reichweite?
Aktuell umfasst unser Fuhrpark 13 Fahrzeuge, wovon drei E-Autos und ein Hybridfahrzeug dabei sein.
Seit Herbst 2025 nutzen wir unser erstes elektrisches Baustellenfahrzeug im täglichen Einsatz, ein weiteres E-Fahrzeug sind geplant.
Die bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv: Reichweite und Nutzlast decken unsere täglichen Anforderungen gut ab. Gerade im regionalen Einsatz zeigt sich, dass E-Mobilität mittlerweile absolut praxistauglich ist.

Sind eure Mitarbeiter:innen damit zufrieden?
Ja, die Rückmeldungen sind sehr erfreulich. Besonders geschätzt werden das ruhige Fahrgefühl, der Komfort und die einfache Handhabung. Anfangs gab es natürlich Fragen zur Reichweite oder Ladeinfrastruktur, diese konnten sich im Alltag aber schnell relativieren.
Um beim Thema Mobilität zu bleiben: habt ihr Förderprogramme für die gesunde und klimafreundliche Anreise von Mitarbeiter:innen?
Aktuell bieten wir unseren Mitarbeiter:innen die Möglichkeit Fahrräder über das Firmenleasing zu erwerben und die Firmenfahrzeuge auch für Privatfahrten zu nutzen. Beides wird gerne angenommen. Die jüngeren Mitarbeiter:innen nutzen gerne unsere Unterstützung bei öffentlichen Verkehrsmittel wie z.B. Maximotickes oder das Klimaticket. Zusätzlich sensibilisieren wir intern immer wieder für nachhaltige Mobilität und einen bewussten Umgang mit Ressourcen.
Welche weiteren Maßnahmen habt ihr umgesetzt, um Energieverbrauch und Ressourcenverbrauch im Betrieb zu reduzieren?
Ein wichtiger Schritt war die Installation unserer 160 m² großen PV-Anlage auf unserem Firmendach im Jahr 2025. Dadurch können wir merklich Ressourcen sparen und umweltfreundlich eigenen Strom produzieren. Es ist ein gutes Gefühl, einen Teil unseres Energiebedarfs selbst zu erzeugen. Zudem haben wir in eine weitere Ladestationen investiert.
Abfallentsorgung ist besonders teuer. Wie wird bei euch der Verschnitt reduziert, wie schafft ihr es Entsorgungskosten zu reduzieren?
Wir achten bereits bei der Planung auf einen möglichst materialeffizienten Zuschnitt, um Verschnitt zu vermeiden. Restmaterialien werden – wenn möglich – weiterverwendet oder sauber getrennt gesammelt, damit sie recycelt werden können.
Durch bewusstes Materialmanagement und genaue Planung konnten wir die Entsorgungsmengen und damit auch die Kosten deutlich reduzieren.
Welche positiven Effekte konnten Sie bisher durch Ihre Maßnahmen beobachten – ökologisch, wirtschaftlich oder organisatorisch?
Wir sehen viele positive Effekte: Einerseits reduzieren wir unseren Energieverbrauch und unsere Emissionen, andererseits machen uns steigende Energiepreise weniger abhängig. Auch organisatorisch profitieren wir, weil viele Prozesse bewusster und effizienter geworden sind.
Zusätzlich merken wir, dass nachhaltiges Handeln unsere Attraktivität als Arbeitgeber stärkt und bei Kund:innen positiv wahrgenommen wird – sprich, wir zu einer Sensibilisierung für das Thema Umwelt beitragen.
Habt ihr weitere Schritte geplant?
Ja, denn wir sehen Nachhaltigkeit als laufenden Prozess.
Geplant sind weitere Schritte in Richtung Energieautonomie, unter anderem der weitere Ausbau der E-Mobilität und die Optimierung unseres Eigenstromverbrauchs. Neben großen Investitionen wie der Anschaffung einer PV-Anlage oder einem modernen Maschinenpark sind aber auch kleinere Aktionen wichtig. Zum Beispiel bieten wir unseren Mitarbeiter:innen regelmäßige Fahrsicherheitstrainings an, stellen Schritt für Schritt auf LED-Beleuchtung um oder motivieren unsere Kund:innen auf Gründächer umzusteigen.



