Rund 60 Expertinnen und Experten fanden sich in den Jahren 2010 und 2011 zur Maßnahmenplanung der Energieautonomie zusammen. In vier Arbeitsgruppen zu den Themen Erneuerbare Energie, Industrie und Gewerbe, Gebäude sowie Mobilität und Raumplanung wurden 101 enkeltaugliche Maßnahmen mit einem Umsetzungshorizont bis 2020 erarbeitet. Sie sollen Vorarlberg im Rahmen einer ersten Zwischenetappe für die Energieautonomie 2050 auf Schiene bringen.

Und die darin artikulierten Umsetzungsmaßnahmen sind ambitioniert. Beispiele? Im Bereich Gebäude soll eine anhaltende Sanierungsrate von drei Prozent bei einer gleichzeitigen Reduzierung des Energieverbrauchs für Raumwärme um 20 Prozent erreicht werden. Die produzierende Industrie bekennt sich zu einer jährlichen Effizienzsteigerung von einem Prozent, die Photovoltaik soll deutlich um 35 GWh ausgebaut – und der Fahrradanteil um weitere fünf Prozent im Bereich der kurzen und mittleren Pkw-Wege angehoben werden. Um die Umsetzung voranzutreiben, wurden insgesamt 40 Maßnahmen definiert, die als erste unmittelbar umgesetzt werden sollen.

Ziele 2020

Basis dieser Überlegungen sind die 2020-Ziele der Europäischen Union: Im Zuge derer haben sich die Mitgliedsstaaten bis zum Jahre 2020 zu einer CO2-Reduktion um 20 Prozent, einer Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energieträger am Gesamtenergieverbrauch um 20 Prozent sowie auf eine Erhöhung der Energieeffizienz um 20 Prozent verständigt. Ausgangspunkt dieser Berechnungen: Das Niveau des Jahres 1990. Eine Basis, an die Vorarlberg anknüpft – und die EU-Ziele zum Zwecke der anvisierten Energieautonomie nach oben korrigiert. Das heißt? Die 2020-Ziele für Vorarlberg lauten: Reduktion des Energieverbrauchs im Vergleich zu 2005 um 15 Prozent, der CO2-Emissionen um 18 Prozent. Im Gegenzug soll der Anteil der erneuerbaren Energieträger gegenüber 2009 um 13 Prozent ausgebaut werden.