Photovoltaikanlagen haben die Dächer von Häusern und Unternehmen erobert - zumindest auf dem Land. In Ballungsräumen fristen diese aufgrund rechtlicher Hindernisse für mehrgeschossige Gebäude ein Schattendasein. Diesem Umstand hat sich die kleine Ökostromnovelle angenommen: Während es bisher ausschließlich möglich war, den mit der PV-Anlage erzeugten Strom als Allgemeinstrom im Gebäude zu nutzen, und den Überschuss ins öffentliche Netz einzuspeisen, ist nunmehr die Verteilung des PV-Stroms auf die einzelnen Wohneinheiten möglich. Jede Partei im Gebäude hat dabei die Möglichkeit, sich an der gemeinschaftlichen Erzeugungsanlage zu beteiligen. Die Zuteilung des gewonnenen Stroms an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgt durch einen „statischen“ oder auch „dynamischen“ Aufteilungsschlüssel.


Das Grundkonzept besteht darin, dass den Endverbraucheranlagen in Gebäuden die von der PV-Anlage erzeugte Energie anteilig zugerechnet und nur die überschüssige Energie ins öffentliche Netz eingespeist wird. Damit kann die Eigenbedarfsdeckung im Gebäude wesentlich erhöht werden. Dazu muss auch der erzeugte PV-Strom im Viertelstunden-Takt gemessen werden. Die gemeinschaftliche Nutzung bringt zwei positive Effekte mit sich: Konsumentinnen und Konsumenten werden dabei unterstützt, ihren Strom-Eigenverbrauch zu erhöhen und damit die Strombezugskosten von Netz zu reduzieren - und erneuerbare Technologien werden in das Gesamtenergiesystem integriert.