Es waren die erschütternden Bilder von Elektromülldeponien in Afrika, die dem Nenzinger Harald Mark nicht mehr aus dem Kopf gehen wollten. Schätzungen zufolge werden gerade einmal 25 Prozent des Elektroschrotts aus westlichen Industrienationen fachmännisch entsorgt. Der Rest landet auf Müllbergen in Ländern des Südens – und führt dort unter anderem zu gefährlichen Bleikonzentrationen, die allen voran bei Kindern massive Gesundheitsschäden hervorrufen. Auch wenn Mark das Elend nicht beenden kann – mit der Initiierung eines so genannten Repair Cafés in Nenzing wollte er einen Beitrag zur Sensibilisierung der Menschen aus der Region leisten. Und das mit Erfolg: Zusammen mit einem kleinen Team von Ehrenamtlichen repariert er einmal pro Monat Staubsauger, Bügeleisen, Spielzeug oder Gartengeräte. „Bei den meisten Geräten fehlt zumeist nur eine Kleinigkeit. Und trotzdem wird von der Industrie der Eindruck vermittelt, dass ein Defekt mit einem Totalschaden einhergeht“, ärgert sich der A1-Techniker. Mit einer Erfolgsquote von knapp 80 Prozent beweist das Team jedenfalls eindrücklich: Es geht auch anders.